Die weltweit erste elektrifizierte Baustelle im Spezialtiefbau

Nenzing, Lauterach (Österreich) Juli 2019 – Die i+R Gruppe realisiert gemeinsam mit Liebherr eine bisher einzigartige Baustelle: Durch die Verwendung von Maschinen mit elektrischem Antriebskonzept kann der Spezialtiefbau bei der Erweiterung der A14-Anschlussstelle Bludenz-Bürs zum ersten Mal nahezu emissionsfrei umgesetzt werden. Als Spezialist für die Elektrifizierung eines Großdrehbohrgeräts der Firma Liebherr wurde unser Tochterunternehmen suncar mit Sitz in Zürich mit an Board genommen. Für die Huppenkothen hat suncar bereits über 30 Kompaktbagger auf elektrischen und kabellosen Antrieb umgerüstet.

Weltweit erste elektrifizierte Baustelle im Spezialtiefbau © ©Liebherr

Weltweit erste elektrifizierte Baustelle im Spezialtiefbau

Bei der Anschlussstelle der A14 Bludenz-Bürs kommt es durch Überlastung immer wieder zu massiven Verkehrsbehinderungen. Um gefährliche Rückstaus auf die Autobahn zu vermeiden, errichtet die ASFINAG bis Ende 2021 einen großen Kreisverkehr mit zwei Brücken über die A14 sowie zwei neue Anbindungen an die L82 Brandnerstraße, ebenfalls mit einem Kreisverkehr und einer Gewässerschutzanlage. Die Vorarlberger i+R Spezialtiefbau realisiert für die beauftragte ARGE PORR/Jägerbau dabei die Westseite in Fahrtrichtung Tirol.

Erstes batteriebetriebenes Spezialtiefbaugerät weltweit
Für die Gründungsarbeiten setzt i+R das weltweit erste Bohrgerät auf dem Markt mit „Local Zero Emission“ ein. Das vor kurzem von Liebherr gelaunchte LB 16 unplugged hat nicht nur ein alternatives elektrohydraulisches Antriebskonzept, sondern kann durch den Akku auch kabellos eingesetzt werden. Das Fehlen eines Verbrennungsmotors hat zwei besondere Vorteile: Das LB 16 unplugged verursacht zum einen keine lokalen Abgase und zum anderen deutlich weniger Lärm.

In einer sehr erfolgreichen Kooperation von Liebherr und der Huppenkothen-Tochter suncar wurde innerhalb von nur 11 Monaten ein herkömmliches Großdrehbohrgerät LB16 auf elektrischen und kabellosen Antrieb umgebaut und heuer auf der BAUMA in München der Bauwelt präsentiert.

Beengte Platzverhältnisse
Die Herausforderung für i+R sind das enge Baufeld selbst sowie die beschränkte Arbeitshöhe. Die Pfahlgründungen sind direkt unter einer Hochspannungsleitung zu errichten. Deshalb ist das Bohrgerät als Low Head ausgeführt, also mit verkürztem Mäkler. i+R erstellt im Rahmen des Projektes 148 Pfähle und bohrt insgesamt 1742 m in den Boden. Dabei werden ca. 1200 m³ Beton verbaut. Die Pfähle variieren zwischen 10 und 14 m Tiefe und haben einen Durchmesser von 900 mm. Durch die beschränkte Arbeitshöhe müssen Bohrrohre mit geringer Höhe (2 m) verwendet und die Bewehrungskörbe in Teilstücken eingebaut werden. Die Tagesleistung der Maschine liegt bei ca. 2 Pfählen pro Tag.

Auch die Anlieferung des Betons erfolgt zum Teil mit einem Liebherr-Betonmischer ETM 905 mit elektrischem Trommelantrieb. Die Reserven der Batteriekapazität reichen im Normalbetrieb für den ganzen Arbeitstag. Als Plug-in-Hybrid kann die Batterie während der Fahrt oder extern über einen Stecker, beispielsweise an einer Betonmischanlage, nachgeladen werden.

Huppenkothen E-Bagger im Einsatz
Außerdem hat i+R einen elektrischen Kompaktbagger (TB1140E) des Baumaschinenanbieters Huppenkothen auf dieser Baustelle im Einsatz. Seit bereits vier Jahren werden von der suncar für den Lauteracher Baumaschinenanbieter Kompaktbagger elektrifiziert und batterisiert. Derzeit sind in ganz Europa über 30 solcher Bagger im Einsatz.

„Einsätze im Echtbetrieb bestätigen uns, dass die Leistungsfähigkeit bei dem von uns elektrifizierten Kompaktbagger gegeben ist. Neben der Vermeidung von Emissionen ist auch die geringere Lärmbelastung ein großer Vorteil – vor allem beim Einsatz in Innenstädten und Indoor“, freut sich Martin Hofer, Geschäftsführer von Huppenkothen.

Somit wird erstmals eine Baustelle im Spezialtiefbau mit ausschließlich Maschinen mit elektrischem Antrieb umgesetzt. Auf ein Jahr hochgerechnet können so ca. 35.000 Liter Diesel eingespart und ein CO2 Ausstoß von mehr als 92 Tonnen vermieden werden.